Donnerstag, 31. Juli 2014

Nein sagen

Das NEIN das ich endlich sagen will
ist hundertmal gedacht, still formuliert,
nie ausgesprochen.

Es brennt mir im Magen, nimmt mir den Atem,
wird zwischen meinen Zähnen zermalmt
und verlässt als freundliches  JA meinen Mund.

Peter Turrine


Warum ist NEIN sagen so schwer? 


Samstag, 26. Juli 2014

Die Frau aus dem Regenbogen

Es war einmal ein Mann, der in seiner Jugend etwas sehr Seltsames erlebt hatte. Niemals hatte er darüber gesprochen, niemandem davon erzählt. Doch immer hatte er dieses Erlebnis in sich getragen und keinen einzigen Augenblick davon vergessen.

An einem lauen Sommerabend saß dieser Mann mit seinem Sohn unter einem Baum, um sich ein wenig auszuruhen. Und an diesem Abend begann er zu erzählen, gerade als die Sonne sich verabschiedete, und die Nacht sanft und warm den Alten und seinen Sohn in ihre Arme nahm: 'Unter diesem Baum, mein Junge, da bin ich vor vielen, vielen Jahren auch gesessen, als mir damals etwas Unerklärliches und Geheimnisvolles geschah.'

Sein Sohn blickte ihn erstaunt an. Nie war sein Vater ein großer Erzähler gewesen. Doch nun fuhr er fort: 'Es war auch so ein warmer Sommertag wie heute. Ich war noch jung, etwa in deinem alter. Ich suchte ein wenig Ruhe und ging spazieren, als mich plötzlich ein Regen überraschte, einer von diesen kurzen, aber heftigen Sommerregen. Unter diesem Baum fand ich damals Schutz. Und nach dem Regen blieb ich noch ein wenig sitzen, um mich von der Sonne wieder wärmen und trocknen zu lassen.' Er atmete tief durch, schwieg eine Weile und blickte seinem Sohn forschend in die Augen. Dieser erwiderte den Blick seines Vaters offen und aufmerksam und wartete.

'Ja', sprach der Alte weiter, 'dann geschah es. Ich weiß nicht ob ich eingeschlafen war oder was auch immer geschehen sein mag, jedenfalls schreckte ich plötzlich auf. Ein unglaublich schöner Regenbogen überspannte den ganzen Himmel. Doch seltsam: das Ende des Regenbogens schien nur einige Meter von mir entfernt zu sein. Ich war verwirrt und wusste nicht, wie mir geschah. Da trat plötzlich aus diesem Rausch der Farben eine Frau auf mich zu.' Sein Sohn runzelte ein wenig die Stirn. Der Alte nahm dies wohl wahr, redete aber einfach weiter: 'ich weiß, daß das verrückt klingt. Aber glaub mir: Genauso ist es damals geschehen.'

Noch einmal holte er tief Luft. 'Diese Frau war ein Traum. Sie war alles, was sich ein Mann bei einer Frau nur wünschen kann, ich meine nicht nur Äußerlichkeiten. Obwohl ich sie ja nie zuvor gesehen hatte, wusste ich das alles sofort. Wirklich seltsam...'Er schüttelte nachdenklich den Kopf. 'Nun ja, wie dem auch sei', nahm er den Faden wieder auf, 'diese Frau aus dem Regenbogen setzte sich neben mich und sprach mit mir. Um ehrlich zu sein: Ich sprach mit ihr. Sie selbst sagte eigentlich nur drei Sätze. Aber ich erzählte und erzählte und konnte gar nicht aufhören. Vielleicht war es die Aufregung, vielleicht meine Unsicherheit, wer weiß? Ich redete von mir und meinen Träumen, von meinen Sorgen und Nöten, von allem möglichen. Später schämte ich mich, weil ich wie ein Wasserfall geredet hatte. Doch ich glaube, sie hat es verstanden.Wohl niemals in meinem Leben habe ich so viel und so lange geredet wie damals.'

Sein Sohn blickte ihn liebevoll an, fühlte sich seinem Vater auf einmal sehr nahe und hätte ihn am liebsten in die Arme genommen. Doch er tat es nicht, sondern fragte: 'Diese drei Sätze, Vater, erinnerst du dich noch an sie?' 'Aber sicher', nickte sein Vater, 'ich habe sie nie vergessen. Es waren eigenartige Sätze. Einer lautete: 'Es liegt in deiner Hand, du bestimmst dein Leben, auch wenn es nicht immer so scheint.' Nachdenklich blickte er vor sich hin und schwieg. 'Und die anderen Sätze?' fragte sein Sohn weiter. 'Ach ja!' Der Alte schien aus seinem Traum zu erwachen, und es war, als müsse er erst wieder zu sich finden. Doch dann sprach er weiter 'der zweite Satz war: Versuche die Menschen zu lieben, auch wenn sie es dir nicht leicht machen werden. Ich glaube, dass ich diesen Satz einigermaßen verstanden habe. Immer habe ich im Grunde versucht, auch so zu leben, obwohl ich heute fürchte, dass ich viel zu selten geliebt habe.' Wieder lächelte sein Sohn, und dieses mal war er es, der eine Weile nachdenklich vor sich hinblickte.'Der dritte Satz', fuhr sein Vater fort, 'war der seltsamste. Ich habe ihn wohl nie ganz begriffen: Laß es so geschehen, wie es ist, auch wenn du manchmal lieber gegen vieles kämpfen möchtest.'

Er schwieg, und es schien, als habe er die Erzählung beendet. Gedankenverloren folgte der Blick seines Sohnes einem welken Blatt, daß im leichten Sommerwind zur Erde schwebte. Schließlich sagte er, 'Es lohnt sich, über alle drei Sätze nachzudenken und zu reden, Vater. Mir scheint , du hast sie meistens nur mit dir herumgetragen und nur wenig davon verstanden, wenn ich dich und dein Leben so betrachte.'Sein Vater blickte ihm aufmerksam ins Gesicht. 'Da magst du vielleicht recht haben', sagte er traurig und fuhr fort: 'Weißt du, je älter ich wurde, desto mehr habe ich das auch gefühlt. Doch denke ich, dass nicht jeder dieser drei Sätze so stimmen muss. Man kann darüber auch streiten - obwohl ich es manchmal, tief in mir, anders fühle. Und heute ist es für vieles zu spät, mein Sohn.'

'Ich weiß nicht, Vater', sagte der junge Mann. 'Oft ist es nur eine Ausrede, wenn jemand so etwas sagt. Aber wie ging denn die Geschichte mit dieser Frau weiter?' Jetzt war es der Vater, der seinen Sohn liebevoll anblickte und am liebsten in die Arme genommen hätte. Auch er erzählte stattdessen weiter: 'Es war damals der spät geworden über meinem vielen Gerede und bereits dunkel, als ich auf einmal nichts mehr zu reden wusste. Da setzte sich diese Frau zu mir und nahm mich in die Arme.' Der Alte lächelte und seufzte tief. 'Und dann war sie sehr zärtlich zu mir. Ich glaube, sie brachte mir die Liebe bei, wie man das zu nennen pflegt. Nie wieder habe ich solch eine Frau erlebt.'

Du meinst körperliche Liebe?' wollte sein Sohn wissen. Der Vater nickte: 'Ja und nein. Es war mehr als körperliche Liebe, da war so vieles.' Wieder schwieg er eine ganze Weile, bevor er stockend weitererzählte: 'Es ist nicht einfach in Worte zu fassen, was da geschah. Weißt du, es war, als würde ich plötzlich losfliegen, mitten in den Sternenhimmel über uns. Der Mond hob mich empor und nahm mich in sich auf. Und die Sonne gab mir Kraft und zündete etwas in mir an, obwohl sie nicht einmal zu sehen war. Und die Sterne tanzten um mich, und ich flog mitten ins All, ins Herz aller Dinge. Und ich fühlte und erlebte, was ich einfach nicht beschreiben kann. Die Zeit stand still, und dann raste sie wieder an mir vorbei. Mein Körper schien auseinander zu brechen, und doch fühlte ich mich so fest und sicher in mir wie nie zuvor. Manchmal dachte ich, vor lauter Leidenschaft irre zu werden, und doch war es in mir unheimlich still und friedlich.' Er schüttelte den Kopf. 'Ach, es ist einfach unbeschreiblich gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes, was diese Frau damals mit mir gemacht hat.'

Vater und Sohn blickten sich lange an. Dann sagte der Sohn: 'Es war ja nicht nur die Frau, die etwas gemacht hat. Du hast ja auch dazu beigetragen, oder nicht?' Sie saßen eine ganze Zeit lang schweigend beieinander. Es war still unter dem Baum und in der Nacht, und ein klarer, wunderschöner Sternehimmel tat sich über ihnen auf. Die beiden Männer hingen ihren Gedanken nach, jeder seinen und doch den gleichen. Irgendwann räusperte sich der Sohn und fragt: 'Und was geschah dann noch weiter, Vater?' Sein Vater hob den Kopf, und wieder schien es, als wäre er eben erst aus einer anderen Welt zurückgekehrt. Schließlich antwortete er: 'Eigentlich nichts Besonderes. Irgendwann in der Nacht bin ich damals zu mir gekommen. Es hat lange gedauert, bis ich mich und meinen Verstand wieder beisammen hatte. Die Frau war verschwunden und ich habe sie bis heute niemals wieder gesehen.'Auf einmal schien er dem Weinen nahe. 'Weißt du, mein Junge, ich habe sie immer gesucht. Hier unter diesem Baum, in jedem Regenbogen und in jeder Frau. Aber ich habe sie nie gefunden. Keine Frau war so wie sie, keine hat mir so zugehört, mir solche Sätze gesagt, mich in solche Leidenschaft versetzt. Und glaub` mir, ich habe viele Frauen gekannt. Auch deine Mutter, die ich wirklich sehr gern habe, auch sie ist nicht so wie diese Frau.' Seine Stimme wurde leiser. 'Die Frau aus dem Regenbogen...', lachte er vor sich hin, 'ich weiß nicht einmal ihren Namen. Und nie habe ich so richtig begriffen, was sie mir sagen wollte. Vielleicht habe ich deshalb mein ganzes Leben lang im Grund nur nach ihr gesucht.'

Sein Sohn blickte ihn voller Wärme an. 'Ich weiß nicht, Vater', sagte er. 'Vielleicht?' Er dachte nach, rang nach Worten und fuhr schließlich fort: 'Ich glaube, sie hat dir etwas Großes geschenkt: Liebe aus Leib und Seele.' Er atmete tief die kühler werdende Nachtluft ein. 'Ja, und du hast dieses Geschenk nicht weitergegeben, sondern dein leben lang immer mehr davon gesucht, überall und jederzeit hast du noch mehr von dieser Liebe gesucht.'Er erhob sich und streckte sich ausgiebig. 'Wie wohl jeder Mensch', sagte er dann weiter, 'wir suchen alle nach der Liebe, in jeder Frau und in jedem Mann, auch ich. Und dabei vergessen wir das Wichtigste.'

Der Vater blickte zu seinem Sohn auf, Tränen in den Augen, fassungslos, und murmelte: 'Du hast sie verstanden.' Und noch einmal: 'Ja, du hast sie verstanden.' Und dann sagte er, noch immer unter dem Baum sitzend und zu seinem Sohn aufblickend: 'Ich glaube, jetzt fange auch ich an zu verstehen. Komm, mein Junge, hilf deinem Vater nun auch noch beim aufstehen.' Der junge Mann half seinem Vater, und schweigend machten sich die beiden auf den Heimweg in dieser kühler werdenden Sommernacht. Auf einmal raschelten in dem Baum die Blätter, und der Mond schien durch die Äste genau dorthin, wo die beiden Männer gesessen waren.Weder Vater noch Sohn sprachen noch einmal über die Frau aus dem Regenbogen - aber etwas war zwischen ihnen geschehen, was unauslöschlich war. Beide hatten sich verändert. Auch die Frau des alten Mannes spürte das. Doch sie erfuhr niemals von dem Erlebnis des alten Mannes und von dem Gespräch zwischen Vater und Sohn.

Als der Sommer zu Neige ging, machte der Alte, wie so oft, einen Spaziergang am Nachmittag. Es war warm und roch nach Herbst, und etwas Eigenartiges lag in der Luft. Später regnete es kurz und heftig, und danach verzauberte ein unheimlich schöner Regenbogen den Himmel. Der junge Mann zeigte ihn seiner Mutter und dacht insgeheim an seinen Vater. Still lächelte er vor sich hin und verstand auf einmal noch mehr von der Suche seines Vaters. Wie viele Farben so fragte er sich in diesem seltsamen Augenblick, wie viele Farben mag wohl die Sehnsucht haben?

Mitten in der Nacht wurde er von seiner Mutter geweckt. Voller Sorge bat sie ihn , nach dem Vater zu suchen, weil er von seinem Spaziergang nicht heimgekehrt war. Sofort machte er sich auf den Weg. Aus irgendeinem Grunde wusste er, wo er seinen Vater finden würde. Und da war er dann auch. Still und friedlich lag er unter seinem Baum, ein glückliches Lächeln in seinem Gesicht. Der Sohn begriff sofort. Er nahm den alten Mann in seine Arme und drückte ihn liebevoll an sich. Und während er bitterlich weinend um seinen toten Vater in den Armen unter diesem Baum saß, rauschte es wieder in den Blättern, und der Mond warf ein mildes Licht auf die beiden. Da huschte ein Lächeln über das tränenüberströmte Gesicht des jungen Mannes, und er flüsterte seinem Vater ins Ohr: 'Du weißt es nun, nicht wahr? Sie hat es dir gesagt.' Er drückte ihn ein letztes Mal an sich und war sicher, dass sein Vater die Frau aus dem Regenbogen noch einmal gesehen hatte.

Heinz Körner



Donnerstag, 24. Juli 2014

Ja- und Nein- Zeiten

der für sich Ja- und Nein- Zeiten so festlegt:

Es gibt zwei Faktoren, die wir in der Balance halten sollten - weil beide für uns wichtig sind.
1) Der soziale Faktor:
Anderen helfen, freundlich zu sein und dadurch Anerkennung / Wertschätzung zu erhalten.
2) Der Ego-Faktor:
Auf sich selbst achten, Nein sagen können, um selbst weiter zu kommen.

Beide Faktoren sind wichtig.
Wenn das Gefüge außer Balance gerät,
werden wir entweder völlig selbstlos und aufgezehrt
oder wir werden übermäßig egoistisch und unsozial.

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Ja, es ist dringend an der Zeit, etwas zu ändern.
Ich werde mir mehr Nein-Zeit gönnen,
mehr Ja- Zeit für mich selbst nehmen,
um meine eigenen Pläne zu verwirklichen.
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Zitate zum Thema:

Große Werke werden nicht durch Stärke,
sondern durch Beharrlichkeit vollbracht.
-Samuel Johnson-

Wer sich selbst treu bleiben will,
kann nicht immer anderen treu bleiben.
-Christian Morgenstern-

Die Hälfte der Kümmernisse dieses Lebens kann darauf zurückgeführt werden,
dass man zu schnell ja oder nicht früh genug nein sagte.
-Josh Billings-




Dienstag, 22. Juli 2014

In die Zukunft blicken

Wer in die Zukunft blicken will, 
muss die Gegenwart hinter sich lassen.
Er muss denken,
was andere ungedacht lassen.
Und er muss die Möglichkeiten erkennen,
wo andere bequem auf das Unmögliche verweisen.
Dann werden Visionen lebendig.
Denn eine Vision ist nichts anderes,
als angewandte Phantasie ...

Unbekannt

Freitag, 18. Juli 2014

Wahre Freundschaft

Wahre Freundschaft überwindet Raum und Zeit
und vermittelt uns ein Gefühl von Einheit,
die ewig währt.

Freunde übersehen die Dinge,
die uns an uns selbst stören und schaffen es,
uns trotzdem zu mögen.

Unbekannt

Mittwoch, 16. Juli 2014

Vom Wind gelöscht

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste.
Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt.
Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase.
Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen.
Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte,
nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt:
"Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben,
aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete:
"Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben,
damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann.
Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist,
dann können wir das in einen Stein gravieren,
damit kein Wind es jemals löschen kann."

Unbekannt

Dienstag, 15. Juli 2014

Die drei Besucher

Es war eines Tages im Frühling, als eine Frau vor ihrem Haus drei alte Männer stehen sah. Sie hatten lange weiße Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herum gekommen. Obwohl sie die Männer nicht kannte, folgte sie ihrem Impuls, sie zu fragen, ob sie vielleicht hungrig seien und mit hinein kommen wollten. 

Da antwortete er eine von ihnen: "Sie sind sehr freundlich, aber es kann nur einer von uns mit Ihnen gehen. Sein Name ist Reichtum" und deutete dabei auf den Alten, der rechts von ihm stand. Dann wies er auf den, der links von ihm stand und sagte: "Sein Name ist Erfolg. Und mein Name ist Liebe. Ihr müsst euch überlegen, wen von uns ihr ins Haus bitten wollt."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was sie gerade draußen erlebt hatte. Ihr Mann war hoch erfreut und sagte: "Toll, lass uns doch Reichtum einladen". Seine Frau aber widersprach: "Nein, ich denke wir sollten lieber Erfolg einladen." Die Tochter aber sagte: "Wäre es nicht schöner, wir würden Liebe einladen?" "Sie hat Recht", sagte der Mann. "Geh raus und lade Liebe als unseren Gast ein". Und auch die Frau nickte und ging zu den Männern.

Draußen sprach sie: "Wer von euch ist Liebe? Bitte kommen Sie rein und seien Sie unser Gast". Liebe machte sich auf und ihm folgten die beiden anderen. Überrascht fragte die Frau Reichtum und Erfolg: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Warum wollt Ihr nun auch mitkommen?"

Die alten Männer antworteten im Chor: "Wenn Sie Reichtum oder Erfolg eingeladen hätten, wären die beiden anderen draußen geblieben. Da Sie aber Liebe eingeladen haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."

Unbekannt

Montag, 14. Juli 2014

Sonntag, 13. Juli 2014

Unsere Welt braucht Menschen

Trotz der 6 Milliarden:
viel zu wenig Menschen
Unsere Welt braucht Menschen,
deren Ja ein Ja
und deren Nein ein Nein ist.

Unsere Welt braucht Menschen,
die ein offenes Wort riskieren,
wenn anderen ein Unrecht geschieht...

Trotz der 6 Milliarden Menschen
viel zu wenig Menschen.

Unsere Welt braucht Menschen,
damit die Zukunft menschlicher wird.

Wir brauchen Menschen,
die nicht immer sagen,
die anderen sollen was tun.

Lasst uns anfangen,
Menschen zu sein!

Unbekannt



Samstag, 12. Juli 2014

Steine im Weg

Es sieht nicht mühevoll aus wie er dahinfließt.
Nun lege einen großen Stein ins Flussbett.
Der Fluss versucht nicht den Berg zu erklimmen,
nein er fließt mühelos um den Stein herum.

Bei uns Menschen ist das leider anders.
Wenn uns ein Stein in den Weg gelegt wird
hacken wir kräftig darauf rum.

Wäre es nicht einfacher ihn zu betrachten, und dann weiterzugehen?



Unbekannt


Freitag, 11. Juli 2014

Kostbare Erinnerung

"Mögest du dankbar bewahren in deinem Herzen die kostbare Erinnerung der guten Dinge in deinem Leben."

Die Zeiten unseres Lebens haben ihren eigenen unverwechselbaren Rhythmus. Es wiegt sich in den Zeiten der Natur von Werden und Vergehen. Es unterliegt den Gezeiten von Ebbe und Flut, von Hell und Dunkel, von tag und Nacht. Frühling, Sommer, Herbst und Winter - Jahreszeiten, die uns aufnehmen, festhalten und wieder freigeben.

Alles Leben unter dem Himmel hat seine Zeit und seine Stunde. Immer wieder leuchtet die Sonne und bläst der Wind. Und der grüne Wald nimmt unsere Schritte auf, und die gute Erde gibt uns Nahrung. Wir staunen über das Geheimnis des Lebens. Segen entfaltet sich über unserem Leben, wenn wir die kostbare Erinnerung der guten Dinge unseres Lebens in unserem Herzen bewahren.

Jeder von uns kann im Rückblick eine Fülle guter Erlebnisse entdecken. Neben all den sicherlich auch schweren Erfahrungen, von denen wir nicht verschont blieben, sind es die hellen Stunden und Tage gewesen, die uns das Leben lebens- und liebenswert machten. Eine der wichtigsten Erinnerungen ist die an Menschen, die uns das Leben ermöglicht haben, die uns mit Liebe und Sorge begleitet haben. Wir werden sie nie vergessen, die Eltern, die Familie, die Zeiten im Kreis von Menschen, die wir und die uns geliebt haben. Kostbare Erinnerungen, die zu unserem Leben gehören.

Peter Helbich



Donnerstag, 10. Juli 2014

Vernichtung

Ein alter chinesischer Kaiser hatte vor,
das Land seiner Feinde zu erobern und sie alle zu vernichten.
Später sah man ihn mit seinen Feinden speisen und scherzen.
"Wolltest du nicht deine Feinde vernichten?" fragte man ihn verwundert.

Der Kaiser antwortete:
"Ich habe sie vernichtet.
Ich machte sie zu meinen Freunden."

Unbekannt 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Der Gartenzaun

Es war einmal ein Junge, der einen schlechten Charakter hatte.
Sein Vater gab ihm einen Sack voll Nägel und sagte ihm,
er müsse jedes Mal, wenn er die Geduld mit jemanden verliere,
einen Nagel in den Gartenzaun schlagen.

Am ersten Tag schlug der Junge 37 Nägel in den Gartenzaun.
In den folgenden Wochen lernte er sich zu beherrschen.
Die Anzahl der Nägel im Gartenzaun wurde immer weniger.
Er hatte herausgefunden, dass Nägel zu schlagen mühsamer ist, als sich zu beherrschen.

Endlich kam der Tag, an dem der Junge keinen Nagel mehr schlagen musste.
Also ging er zum Vater und sagte ihm das.
Der Vater sagte ihm also, er solle jeden Tag einen Nagel aus dem Gartenzaun herausreißen, wenn er sich beherrscht.

Endlich konnte der Junge dem Vater sagen, dass er alle Nägel aus dem Gartenzaun herausgezogen hatte.
Der Vater brachte den Jungen vor den Gartenzaun und sagte zu ihm:
"Mein Sohn, du hast dich gut benommen, doch schau dir den Gartenzaun an.
Er ist voller Löcher.
Der Gartenzaun wird nie mehr so sein wie früher.

Wenn du mit jemandem streitest und du sagst ihm etwas böses, dann lässt du ihm eine Wunde, wie diese hier.
Du kannst ein Messer in einen Menschen stecken und
du kannst es nachher herausnehmen, die Wunde bleibt. Es macht nichts aus, wie viel Mal du dich entschuldigst,
die Wunde wird bleiben.

Eine verbale Wunde, ist gleich schmerzhaft, wie eine körperliche Wunde.
Die Freunde sind rare Juwelen, sie bringen dich zum Lachen und sie geben dir Mut.
Sie sind bereit dir zuzuhören, wenn du sie brauchst,
sie unterstützen dich und sie öffnen ihr Herz."

Es ist wichtig Freunde zu haben!

Unbekannt



Dienstag, 8. Juli 2014

Ars Poetica

Wie jetzt noch ein Gedicht schreiben,
...warum nicht endgültig schweigen
und uns viel nützlicheren Dingen widmen?

Warum die Zweifel vergrößern,
alte Konflikte,
unverhoffte Zärtlichkeiten neu durchleben;

dieses Quentchen Lärm einer Welt hinzufügen,
die mehr ist, die es doch nur zunichte macht?

Wird irgendwas klarer durch solch ein Knäuel?
Niemand braucht es,
Relikt vergangener Herrlichkeiten,
wem hilft es,
welche Wunden heilt es?

Juan Gustavo Cobo-Borda (geb. 1948 in Bogotá)



Sonntag, 6. Juli 2014

Abschied von einem Freund

Es ist wahr, mein Freund, Abschied war da,
unsre Lieder leis nun ausgesungen.
In meiner Seele wohntest Du stets ganz nah,
schwebtest dicht bei mir, ganz ungezwungen.

Du bliebst echt, nur Du mein Freund,
liebtest meinen Sternenfimmel,
gemeinsam beschlich uns manches Leid,
jedoch auch viele warme "siebte Himmel".

Jetzt sei ganz ehrlich, altes Haus,
was ist uns Zweien denn geblieben,
Gemeinsamkeiten gingen aus
- lauwarme Erinnerungen von weit drüben.

Aus der guten alten Zeit,
nein, mein Freund, lass Punkt uns setzen,
unsre Nähe ging zu weit,
als nur Vergangnem nachzuhetzen.

Manchmal fliegt mein Blick zurück,
endlos warm wird dann das Herz.
Und mit Tränenmeer im Blick
wütet blinder Abschiedsschmerz.

Jeder Schwur, ich weiß schon,
Du, prunkt hier entbehrlich, überzählig.
Auch in tausend Jahren wär´n im
Nu unsere Seelen liebesfähig.

Lass mich jetzt noch Dank Dir sagen,
ja goldnes "Danke" ruf ich Dir.
Während all der Zeit im schweren Zagen,
Achtung hatt´ ich nur vor Dir.

Wohin fliegt Dein Lebenswagen,
denkst auch Du manchmal zurück?
Lass Dich von Liebeswolken tragen,
hallo Du, ich wünsch´ Dir Glück ! 

Unbekannt



Donnerstag, 3. Juli 2014

Was kostbar ist

Sind es nicht
Momente allein,
die kleinen Dinge,
die sich einbrennen
in uns für immer?

Es genügt nicht,
zu messen,
was einer hat,
was einer dir ist,
zählt viel mehr
und was
er dir schenkt an Zeit.

Schau nicht auf Äußeres,
schau in die Herzen
der Menschen allein,
nur das ist Wert,
nur das macht dich reich.

Ruth W. Lingenfelser