Sonntag, 10. August 2014

Leben

Jeden Tag gehen die Frauen aus dem Dorf hinunter zum Fluß.
In großen Tonkrügen holen sie Wasser, denn im Dorf gibt es keine Quelle.
Eines Morgens schaut eine der Frauen verträumt einem Schmetterling hinterher.
Dabei stolpert sie und der Krug wird beschädigt. Einen zweiten hat sie nicht, auch kein Geld
für einen Neuen und so umwickelt sie den Krug notdürftig mit ihrem Tuch. Aber das Wasser tropft an den Bruchstellen heraus und als sie im Dorf ankommt, ist die Hälfte weg.
„Ach“, klagte sie, „ was für ein Unglück, warum war ich nur so unvorsichtig? Alle anderen bringen mehr Wasser mit nach Hause! Meine Mutter hat Recht, ich bin wirklich zu nichts nütze!“
Eines Morgens aber, als die Frauen wieder zum Fluß gehen, ist der schmale Pfad gesäumt von grünen Gräsern und vielen kleinen Blumen, rot, gelb und weiß leuchten sie.
„Das waren deine Wassertropfen“, lächelten die Frauen. „Sie haben den staubigen Weg zum Blühen gebracht!“

Unbekannt


Samstag, 9. August 2014

Danke

Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben;
Sie haben meine Phantasie beflügelt.

Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten;
Sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.

Ich danke allen, die mich belogen haben;
Sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.

Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben;
Sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.

Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben;
Sie haben meinen Mut geweckt.

Ich danke allen, die mich verlassen haben;
Sie haben mir Raum gegeben für Neues.

Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben;
Sie haben mich wachsam werden lassen.

Ich danke allen, die mich verletzt haben;
Sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.

Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben;
Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.

Vor allem aber danke ich all jenen,
die mich lieben, so wie ich bin; Sie geben mir die Kraft zum Leben!

Danke.

P. Coelho


Freitag, 1. August 2014

Der Tunnel

"Du kannst immer noch ablehnen, wenn Du Angst hast!" Lauernd schaut Ralf den Jungen an, der etwas blaß vor ihm steht. Würde der Neue sich auf die Mutprobe einlassen?

Ja, wer als 'Schwarzer Falke' in ihre Clique aufgenommen werden wollte, der musste schon beweisen, dass er eine gehörige Portion Mumm in den Knochen hatte. Zu fünft umstehen sie den Jungen, dessen Blick unruhig zwischen ihren Gesichtern und seinen Fußspitzen umherwanderte. Er war dreizehn Jahre alt, nein, eigentlich schon fast vierzehn, wenn er es genau nimmt, denn von seinem Geburtstag trennt ihn jetzt nicht mal mehr ein halbes Jahr. Seine verwaschenen Jeans sin kurz unterhalb der Knie abgeschnitten, die Füße stecken in ausgelatschten Turnschuhen und das weiße T-Shirt hat auch schon bessere Tage gesehen. Ein paar Strähnen hellblonden Haares fallen ihm dünn ins Gesicht. Jetzt bleibt sein Blick an Ralf hängen. Mit seinen Fünfzehn Jahren ist er der Älteste und Größte der 'Schwarzen Falken'. Wie bei allen anderen ist auch in sein Hemd mit schwarzem Faden ein kleiner Vogelkopf eingenäht, das Zeichen der Clique. Ralf war der Häuptling, der Anführer, und er durfte bestimmen was ein 'Neuer' tun musste, um aufgenommen zu werden.
Spöttisch grinsend erwidert Ralf Jochens Blick.

Niemand sagt mehr etwas und Jochen schaut unsicher auf die Bahnschienen. Nach Süden führt der Bahndamm in einer weiten Kurve das Flußtal hinunter und verschwindet dann zwischen den ersten Häusern von Haidheim, einem Vorort von Albstadt. Ein Signal steht auf 'HALT'. Links von ihm verschwinden die Schienen im Tunnel. Jochen hält das Schweigen nicht mehr länger aus. Mit ein paar schnellen Schritten springt er auf die Schienen. Die Tunnelöffnung ist mit schweren Steinquadern gebaut und im obersten Stein des Rundbogens ist die Zahl '1923' eingemeißelt. Die Schienen verschwinden schon nach wenigen Metern im Dunkeln und obwohl der Tunnel nur wenige hundert Meter lang ist, ist von hier aus kein Ende abzusehen. Jochen weiß, daß der Tunnel im Hügel eine Kurve beschreibt, um dann kurz vor Fritzenberg wieder ans Tageslicht zu treten.

"Nun?" Plötzlich steht Ralf neben ihm. Jochen holt tief Luft: "Ich mache es..." "Fein", grinst Ralf und wendet sich zu seinen Kameraden. "Hannes, Peter, ihr kommt mit mir. Martin, Thomas, ihr bleibt hier bei Jochen. Uhrenvergleich. Jetzt ist es 17.43 Uhr. Der Zug fährt in Fritzenberg um 17.58 Uhr ab und zur gleichen Zeit schickt ihr Jochen los. Und nun zu dir." Ralf blickt Jochen an und fährt dann fort: "Du hast die Probe bestanden, wenn du am anderen Ende des Tunnels auf mich, Hannes und Peter stößt. Du gehst auf dem schmalen Schotterpfad, der rechts zwischen Schwellen und Felswand verläuft. In der Mitte wird dir der Zug begegnen. Sobald er kkommt, wirfst du dich flach auf den Schotter und rührst dich keinen Zentimeter. Verstanden? Versuch' ja nicht stehenzubleiben oder weiterzulaufen, der Tunnel ist zu eng und der Fahrtwind würde dich unter die Räder reißen, klar !?"

"Ja ... klar", hörte sich Jochen sagen. Er schließt die Augen und hört wie Ralf mit den beiden anderen schnaufend den bewaldeten Hügel hochsteigt. Eine Weile noch hört er das Rascheln der Schritte im Laub, dann ist es still. Thomas und Martin sitzen ein Stück abseits und unterhalten sich flüsternd. Obwohl die Sonne bereits hinter dem Hügel verschwunden ist, ist es immer noch frühsommerlich warm. Im Wald über dem Tunnel singen ein paar Vögel. Jochen, der vor der Öffnung steht, spürt, wie daraus ein feuchtkalter Hauch kriecht.

Seine Uhr tickt. 17.53 Uhr, noch fünf Minuten. Er hat Angst. Was soll er tun? Weglaufen? Nein, niemals, er will die Chance nicht vorbeigehen lassen, er will endlich auch irgendwo dazugehören! Langsam rückt der Zeiger vor. Noch eine Minute. Jochen zwingt sich zur Ruhe und verfolgt angespannt das Vorrücken des Sekundenzeigers. "Auf geht's", ruft ihm Thomas zu, "und denk ja nicht, du könntest umkehren. Wir bleiben hier sitzen!"

Jochen springt auf. Ein paar Steine spritzen, als er den Schotterpfad betritt. unter seinen Füßen knirschen die Steine. Mit hastigen Schritten läuft er ins Dunkel. Eine feuchtkalte Luft empfängt ihn. Er spürt die Gänsehaut, die an seinen nackten Armen emporkriecht. Seine rechte Hand gleitet über unbehauene Felswände, wird von rauhen Vorsprüngen aufgeschrammt. Gut, dass der Schotter so knirscht, das übertönt die entsetzliche Stille, die hier auf einmal herrscht. Seine Schritte hallen in der engen Röhre wieder. Von oben tropft es. Langsam beginnt er, ruhiger zu werden. Er schlägt ein gleichmäßiges Schritttempo ein. Als er zurückblickt, liegt die Öffnung bereits als kleiner werdende Lichtscheibe hinter ihm. Für einen kurzen Augenblick denkt er daran, was anders sein wird, wenn er die Mutprobe bestanden hat. Gedanken an Freundschaft und Geborgenheit steigen in ihm hoch. Ach was! - noch ist es nicht überstanden und Jochen bleibt stehen, um einen kurzen Blick auf die Leuchtziffern seiner Armbanduhr zu werfen. 18.03 Uhr, eigentlich müsste er jetzt in der Mitte sein. Wo bleibt der Zug? Wo bleibt der Zug? Zur gleiche Zeit steht Ralf am anderen ende des Tunnels und blickt missmutig auf die Uhr.

"Der Zug hat Verspätung", brummt er zwischen den Zähnen Hannes zu. "Was machen wir mit Jochen, wenn er hier ist, bevor der Zug durchgefahren ist?" Hannes zuckt mit den Schultern und will etwas sagen, aber da ruft auch schon Peter vom Hügel herunter: "Jetzt ... er kommt ... ich seh ihn ... gerade fährt er aus Fritzenberg 'raus!" Hannes und Jochen sehen sich erleichtert an.

Drinnen im Tunnel sieht Jochen jetzt schon den Ausgang. Die schwache Scheibe Tageslicht zieht ihn geradezu magisch an, immer schneller läuft er darauf zu. Wenn der Zug nicht kommt, ist das schließlich nicht seine Schuld. 'Wenn du auf Hannes, Peter und mich stößt, hast du die Mutprobe bestanden', hieß es doch! Er stolpert und fällt hart auf die groben Schottersteine. Sein linkes Knie schmerzt und stöhnend richtet er sich wieder auf. Humpelnd läuft er weiter. Jetzt kann er schon eine kräftige Gestalt draußen vor dem Tunnel ausmachen, nein, es sind sogar zwei Silhouetten! "Der eine ist Ralf", denkt Jochen und muss einen Augenblick stehenbleiben, um sein schmerzendes Knie zu reiben. In diesem Augenblick hört er auch ein feines Sirren in den Schienen. Der Zug.
"Vielleicht schaffe ich es noch, bevor er den Tunnel erreicht!?"
"Ich schaffe es", denkt Jochen, "ich schaffe es!"Humpelnd stürzt Jochen vorwärts. Noch fünfzig Meter bis ins Freie. Das Sirren wird heftiger.

Noch zwanzig Meter, als draußen gellend eine Pfeife aufheult und das Sirren der Gleise sich zu einem ohrenbetäubenden Krach steigert. Am Ausgang stehen Ralf und Hannes. Hannes blickt befriedigt auf die nahende Diesellok, während Ralf noch einen letzten Blick in den Tunnel wirft. Was ist das? Etwas Weißes bewegt sich aus dem Dunkeln auf ihn zu. "Jochen", entfährt es Ralf und im gleichen Augenblick heult neben ihm die Pfeife des Zuges auf. "RUNTER", schreit er dem humpelnden Jochen entgegen, "FLACHLEGEN!", aber das Gebrüll des Zuges übertönt alles. "J O C H E N ! ! !"

Uwe Roller



Donnerstag, 31. Juli 2014

Nein sagen

Das NEIN das ich endlich sagen will
ist hundertmal gedacht, still formuliert,
nie ausgesprochen.

Es brennt mir im Magen, nimmt mir den Atem,
wird zwischen meinen Zähnen zermalmt
und verlässt als freundliches  JA meinen Mund.

Peter Turrine


Warum ist NEIN sagen so schwer? 


Samstag, 26. Juli 2014

Die Frau aus dem Regenbogen

Es war einmal ein Mann, der in seiner Jugend etwas sehr Seltsames erlebt hatte. Niemals hatte er darüber gesprochen, niemandem davon erzählt. Doch immer hatte er dieses Erlebnis in sich getragen und keinen einzigen Augenblick davon vergessen.

An einem lauen Sommerabend saß dieser Mann mit seinem Sohn unter einem Baum, um sich ein wenig auszuruhen. Und an diesem Abend begann er zu erzählen, gerade als die Sonne sich verabschiedete, und die Nacht sanft und warm den Alten und seinen Sohn in ihre Arme nahm: 'Unter diesem Baum, mein Junge, da bin ich vor vielen, vielen Jahren auch gesessen, als mir damals etwas Unerklärliches und Geheimnisvolles geschah.'

Sein Sohn blickte ihn erstaunt an. Nie war sein Vater ein großer Erzähler gewesen. Doch nun fuhr er fort: 'Es war auch so ein warmer Sommertag wie heute. Ich war noch jung, etwa in deinem alter. Ich suchte ein wenig Ruhe und ging spazieren, als mich plötzlich ein Regen überraschte, einer von diesen kurzen, aber heftigen Sommerregen. Unter diesem Baum fand ich damals Schutz. Und nach dem Regen blieb ich noch ein wenig sitzen, um mich von der Sonne wieder wärmen und trocknen zu lassen.' Er atmete tief durch, schwieg eine Weile und blickte seinem Sohn forschend in die Augen. Dieser erwiderte den Blick seines Vaters offen und aufmerksam und wartete.

'Ja', sprach der Alte weiter, 'dann geschah es. Ich weiß nicht ob ich eingeschlafen war oder was auch immer geschehen sein mag, jedenfalls schreckte ich plötzlich auf. Ein unglaublich schöner Regenbogen überspannte den ganzen Himmel. Doch seltsam: das Ende des Regenbogens schien nur einige Meter von mir entfernt zu sein. Ich war verwirrt und wusste nicht, wie mir geschah. Da trat plötzlich aus diesem Rausch der Farben eine Frau auf mich zu.' Sein Sohn runzelte ein wenig die Stirn. Der Alte nahm dies wohl wahr, redete aber einfach weiter: 'ich weiß, daß das verrückt klingt. Aber glaub mir: Genauso ist es damals geschehen.'

Noch einmal holte er tief Luft. 'Diese Frau war ein Traum. Sie war alles, was sich ein Mann bei einer Frau nur wünschen kann, ich meine nicht nur Äußerlichkeiten. Obwohl ich sie ja nie zuvor gesehen hatte, wusste ich das alles sofort. Wirklich seltsam...'Er schüttelte nachdenklich den Kopf. 'Nun ja, wie dem auch sei', nahm er den Faden wieder auf, 'diese Frau aus dem Regenbogen setzte sich neben mich und sprach mit mir. Um ehrlich zu sein: Ich sprach mit ihr. Sie selbst sagte eigentlich nur drei Sätze. Aber ich erzählte und erzählte und konnte gar nicht aufhören. Vielleicht war es die Aufregung, vielleicht meine Unsicherheit, wer weiß? Ich redete von mir und meinen Träumen, von meinen Sorgen und Nöten, von allem möglichen. Später schämte ich mich, weil ich wie ein Wasserfall geredet hatte. Doch ich glaube, sie hat es verstanden.Wohl niemals in meinem Leben habe ich so viel und so lange geredet wie damals.'

Sein Sohn blickte ihn liebevoll an, fühlte sich seinem Vater auf einmal sehr nahe und hätte ihn am liebsten in die Arme genommen. Doch er tat es nicht, sondern fragte: 'Diese drei Sätze, Vater, erinnerst du dich noch an sie?' 'Aber sicher', nickte sein Vater, 'ich habe sie nie vergessen. Es waren eigenartige Sätze. Einer lautete: 'Es liegt in deiner Hand, du bestimmst dein Leben, auch wenn es nicht immer so scheint.' Nachdenklich blickte er vor sich hin und schwieg. 'Und die anderen Sätze?' fragte sein Sohn weiter. 'Ach ja!' Der Alte schien aus seinem Traum zu erwachen, und es war, als müsse er erst wieder zu sich finden. Doch dann sprach er weiter 'der zweite Satz war: Versuche die Menschen zu lieben, auch wenn sie es dir nicht leicht machen werden. Ich glaube, dass ich diesen Satz einigermaßen verstanden habe. Immer habe ich im Grunde versucht, auch so zu leben, obwohl ich heute fürchte, dass ich viel zu selten geliebt habe.' Wieder lächelte sein Sohn, und dieses mal war er es, der eine Weile nachdenklich vor sich hinblickte.'Der dritte Satz', fuhr sein Vater fort, 'war der seltsamste. Ich habe ihn wohl nie ganz begriffen: Laß es so geschehen, wie es ist, auch wenn du manchmal lieber gegen vieles kämpfen möchtest.'

Er schwieg, und es schien, als habe er die Erzählung beendet. Gedankenverloren folgte der Blick seines Sohnes einem welken Blatt, daß im leichten Sommerwind zur Erde schwebte. Schließlich sagte er, 'Es lohnt sich, über alle drei Sätze nachzudenken und zu reden, Vater. Mir scheint , du hast sie meistens nur mit dir herumgetragen und nur wenig davon verstanden, wenn ich dich und dein Leben so betrachte.'Sein Vater blickte ihm aufmerksam ins Gesicht. 'Da magst du vielleicht recht haben', sagte er traurig und fuhr fort: 'Weißt du, je älter ich wurde, desto mehr habe ich das auch gefühlt. Doch denke ich, dass nicht jeder dieser drei Sätze so stimmen muss. Man kann darüber auch streiten - obwohl ich es manchmal, tief in mir, anders fühle. Und heute ist es für vieles zu spät, mein Sohn.'

'Ich weiß nicht, Vater', sagte der junge Mann. 'Oft ist es nur eine Ausrede, wenn jemand so etwas sagt. Aber wie ging denn die Geschichte mit dieser Frau weiter?' Jetzt war es der Vater, der seinen Sohn liebevoll anblickte und am liebsten in die Arme genommen hätte. Auch er erzählte stattdessen weiter: 'Es war damals der spät geworden über meinem vielen Gerede und bereits dunkel, als ich auf einmal nichts mehr zu reden wusste. Da setzte sich diese Frau zu mir und nahm mich in die Arme.' Der Alte lächelte und seufzte tief. 'Und dann war sie sehr zärtlich zu mir. Ich glaube, sie brachte mir die Liebe bei, wie man das zu nennen pflegt. Nie wieder habe ich solch eine Frau erlebt.'

Du meinst körperliche Liebe?' wollte sein Sohn wissen. Der Vater nickte: 'Ja und nein. Es war mehr als körperliche Liebe, da war so vieles.' Wieder schwieg er eine ganze Weile, bevor er stockend weitererzählte: 'Es ist nicht einfach in Worte zu fassen, was da geschah. Weißt du, es war, als würde ich plötzlich losfliegen, mitten in den Sternenhimmel über uns. Der Mond hob mich empor und nahm mich in sich auf. Und die Sonne gab mir Kraft und zündete etwas in mir an, obwohl sie nicht einmal zu sehen war. Und die Sterne tanzten um mich, und ich flog mitten ins All, ins Herz aller Dinge. Und ich fühlte und erlebte, was ich einfach nicht beschreiben kann. Die Zeit stand still, und dann raste sie wieder an mir vorbei. Mein Körper schien auseinander zu brechen, und doch fühlte ich mich so fest und sicher in mir wie nie zuvor. Manchmal dachte ich, vor lauter Leidenschaft irre zu werden, und doch war es in mir unheimlich still und friedlich.' Er schüttelte den Kopf. 'Ach, es ist einfach unbeschreiblich gewesen, im wahrsten Sinne des Wortes, was diese Frau damals mit mir gemacht hat.'

Vater und Sohn blickten sich lange an. Dann sagte der Sohn: 'Es war ja nicht nur die Frau, die etwas gemacht hat. Du hast ja auch dazu beigetragen, oder nicht?' Sie saßen eine ganze Zeit lang schweigend beieinander. Es war still unter dem Baum und in der Nacht, und ein klarer, wunderschöner Sternehimmel tat sich über ihnen auf. Die beiden Männer hingen ihren Gedanken nach, jeder seinen und doch den gleichen. Irgendwann räusperte sich der Sohn und fragt: 'Und was geschah dann noch weiter, Vater?' Sein Vater hob den Kopf, und wieder schien es, als wäre er eben erst aus einer anderen Welt zurückgekehrt. Schließlich antwortete er: 'Eigentlich nichts Besonderes. Irgendwann in der Nacht bin ich damals zu mir gekommen. Es hat lange gedauert, bis ich mich und meinen Verstand wieder beisammen hatte. Die Frau war verschwunden und ich habe sie bis heute niemals wieder gesehen.'Auf einmal schien er dem Weinen nahe. 'Weißt du, mein Junge, ich habe sie immer gesucht. Hier unter diesem Baum, in jedem Regenbogen und in jeder Frau. Aber ich habe sie nie gefunden. Keine Frau war so wie sie, keine hat mir so zugehört, mir solche Sätze gesagt, mich in solche Leidenschaft versetzt. Und glaub` mir, ich habe viele Frauen gekannt. Auch deine Mutter, die ich wirklich sehr gern habe, auch sie ist nicht so wie diese Frau.' Seine Stimme wurde leiser. 'Die Frau aus dem Regenbogen...', lachte er vor sich hin, 'ich weiß nicht einmal ihren Namen. Und nie habe ich so richtig begriffen, was sie mir sagen wollte. Vielleicht habe ich deshalb mein ganzes Leben lang im Grund nur nach ihr gesucht.'

Sein Sohn blickte ihn voller Wärme an. 'Ich weiß nicht, Vater', sagte er. 'Vielleicht?' Er dachte nach, rang nach Worten und fuhr schließlich fort: 'Ich glaube, sie hat dir etwas Großes geschenkt: Liebe aus Leib und Seele.' Er atmete tief die kühler werdende Nachtluft ein. 'Ja, und du hast dieses Geschenk nicht weitergegeben, sondern dein leben lang immer mehr davon gesucht, überall und jederzeit hast du noch mehr von dieser Liebe gesucht.'Er erhob sich und streckte sich ausgiebig. 'Wie wohl jeder Mensch', sagte er dann weiter, 'wir suchen alle nach der Liebe, in jeder Frau und in jedem Mann, auch ich. Und dabei vergessen wir das Wichtigste.'

Der Vater blickte zu seinem Sohn auf, Tränen in den Augen, fassungslos, und murmelte: 'Du hast sie verstanden.' Und noch einmal: 'Ja, du hast sie verstanden.' Und dann sagte er, noch immer unter dem Baum sitzend und zu seinem Sohn aufblickend: 'Ich glaube, jetzt fange auch ich an zu verstehen. Komm, mein Junge, hilf deinem Vater nun auch noch beim aufstehen.' Der junge Mann half seinem Vater, und schweigend machten sich die beiden auf den Heimweg in dieser kühler werdenden Sommernacht. Auf einmal raschelten in dem Baum die Blätter, und der Mond schien durch die Äste genau dorthin, wo die beiden Männer gesessen waren.Weder Vater noch Sohn sprachen noch einmal über die Frau aus dem Regenbogen - aber etwas war zwischen ihnen geschehen, was unauslöschlich war. Beide hatten sich verändert. Auch die Frau des alten Mannes spürte das. Doch sie erfuhr niemals von dem Erlebnis des alten Mannes und von dem Gespräch zwischen Vater und Sohn.

Als der Sommer zu Neige ging, machte der Alte, wie so oft, einen Spaziergang am Nachmittag. Es war warm und roch nach Herbst, und etwas Eigenartiges lag in der Luft. Später regnete es kurz und heftig, und danach verzauberte ein unheimlich schöner Regenbogen den Himmel. Der junge Mann zeigte ihn seiner Mutter und dacht insgeheim an seinen Vater. Still lächelte er vor sich hin und verstand auf einmal noch mehr von der Suche seines Vaters. Wie viele Farben so fragte er sich in diesem seltsamen Augenblick, wie viele Farben mag wohl die Sehnsucht haben?

Mitten in der Nacht wurde er von seiner Mutter geweckt. Voller Sorge bat sie ihn , nach dem Vater zu suchen, weil er von seinem Spaziergang nicht heimgekehrt war. Sofort machte er sich auf den Weg. Aus irgendeinem Grunde wusste er, wo er seinen Vater finden würde. Und da war er dann auch. Still und friedlich lag er unter seinem Baum, ein glückliches Lächeln in seinem Gesicht. Der Sohn begriff sofort. Er nahm den alten Mann in seine Arme und drückte ihn liebevoll an sich. Und während er bitterlich weinend um seinen toten Vater in den Armen unter diesem Baum saß, rauschte es wieder in den Blättern, und der Mond warf ein mildes Licht auf die beiden. Da huschte ein Lächeln über das tränenüberströmte Gesicht des jungen Mannes, und er flüsterte seinem Vater ins Ohr: 'Du weißt es nun, nicht wahr? Sie hat es dir gesagt.' Er drückte ihn ein letztes Mal an sich und war sicher, dass sein Vater die Frau aus dem Regenbogen noch einmal gesehen hatte.

Heinz Körner



Donnerstag, 24. Juli 2014

Ja- und Nein- Zeiten

der für sich Ja- und Nein- Zeiten so festlegt:

Es gibt zwei Faktoren, die wir in der Balance halten sollten - weil beide für uns wichtig sind.
1) Der soziale Faktor:
Anderen helfen, freundlich zu sein und dadurch Anerkennung / Wertschätzung zu erhalten.
2) Der Ego-Faktor:
Auf sich selbst achten, Nein sagen können, um selbst weiter zu kommen.

Beide Faktoren sind wichtig.
Wenn das Gefüge außer Balance gerät,
werden wir entweder völlig selbstlos und aufgezehrt
oder wir werden übermäßig egoistisch und unsozial.

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Ja, es ist dringend an der Zeit, etwas zu ändern.
Ich werde mir mehr Nein-Zeit gönnen,
mehr Ja- Zeit für mich selbst nehmen,
um meine eigenen Pläne zu verwirklichen.
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Zitate zum Thema:

Große Werke werden nicht durch Stärke,
sondern durch Beharrlichkeit vollbracht.
-Samuel Johnson-

Wer sich selbst treu bleiben will,
kann nicht immer anderen treu bleiben.
-Christian Morgenstern-

Die Hälfte der Kümmernisse dieses Lebens kann darauf zurückgeführt werden,
dass man zu schnell ja oder nicht früh genug nein sagte.
-Josh Billings-




Dienstag, 22. Juli 2014

In die Zukunft blicken

Wer in die Zukunft blicken will, 
muss die Gegenwart hinter sich lassen.
Er muss denken,
was andere ungedacht lassen.
Und er muss die Möglichkeiten erkennen,
wo andere bequem auf das Unmögliche verweisen.
Dann werden Visionen lebendig.
Denn eine Vision ist nichts anderes,
als angewandte Phantasie ...

Unbekannt

Freitag, 18. Juli 2014

Wahre Freundschaft

Wahre Freundschaft überwindet Raum und Zeit
und vermittelt uns ein Gefühl von Einheit,
die ewig währt.

Freunde übersehen die Dinge,
die uns an uns selbst stören und schaffen es,
uns trotzdem zu mögen.

Unbekannt

Mittwoch, 16. Juli 2014

Vom Wind gelöscht

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste.
Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht.

Der Geschlagene war gekränkt.
Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:

"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

Sie setzten ihre Wanderung fort und kamen bald darauf zu einer Oase.
Dort beschlossen sie beide, ein Bad zu nehmen.
Der Freund, der geschlagen worden war, blieb auf einmal im Schlamm stecken und drohte zu ertrinken. Aber sein Freund rettete ihn buchstäblich in letzter Minute.

Nachdem sich der Freund, der fast ertrunken war, wieder erholt hatte,
nahm er einen Stein und ritzte folgende Worte hinein:

"Heute hat mein bester Freund mir das Leben gerettet."

Der Freund, der den anderen geschlagen und auch gerettet hatte, fragte erstaunt:
"Als ich dich gekränkt hatte, hast du deinen Satz nur in den Sand geschrieben,
aber nun ritzt du die Worte in einen Stein. Warum?"

Der andere Freund antwortete:
"Wenn uns jemand gekränkt oder beleidigt hat, sollten wir es in den Sand schreiben,
damit der Wind des Verzeihens es wieder auslöschen kann.
Aber wenn jemand etwas tut, was für uns gut ist,
dann können wir das in einen Stein gravieren,
damit kein Wind es jemals löschen kann."

Unbekannt

Dienstag, 15. Juli 2014

Die drei Besucher

Es war eines Tages im Frühling, als eine Frau vor ihrem Haus drei alte Männer stehen sah. Sie hatten lange weiße Bärte und sahen aus, als wären sie schon weit herum gekommen. Obwohl sie die Männer nicht kannte, folgte sie ihrem Impuls, sie zu fragen, ob sie vielleicht hungrig seien und mit hinein kommen wollten. 

Da antwortete er eine von ihnen: "Sie sind sehr freundlich, aber es kann nur einer von uns mit Ihnen gehen. Sein Name ist Reichtum" und deutete dabei auf den Alten, der rechts von ihm stand. Dann wies er auf den, der links von ihm stand und sagte: "Sein Name ist Erfolg. Und mein Name ist Liebe. Ihr müsst euch überlegen, wen von uns ihr ins Haus bitten wollt."

Die Frau ging ins Haus zurück und erzählte ihrem Mann, was sie gerade draußen erlebt hatte. Ihr Mann war hoch erfreut und sagte: "Toll, lass uns doch Reichtum einladen". Seine Frau aber widersprach: "Nein, ich denke wir sollten lieber Erfolg einladen." Die Tochter aber sagte: "Wäre es nicht schöner, wir würden Liebe einladen?" "Sie hat Recht", sagte der Mann. "Geh raus und lade Liebe als unseren Gast ein". Und auch die Frau nickte und ging zu den Männern.

Draußen sprach sie: "Wer von euch ist Liebe? Bitte kommen Sie rein und seien Sie unser Gast". Liebe machte sich auf und ihm folgten die beiden anderen. Überrascht fragte die Frau Reichtum und Erfolg: "Ich habe nur Liebe eingeladen. Warum wollt Ihr nun auch mitkommen?"

Die alten Männer antworteten im Chor: "Wenn Sie Reichtum oder Erfolg eingeladen hätten, wären die beiden anderen draußen geblieben. Da Sie aber Liebe eingeladen haben, gehen die anderen dorthin, wohin die Liebe geht."

Unbekannt

Montag, 14. Juli 2014

Sonntag, 13. Juli 2014

Unsere Welt braucht Menschen

Trotz der 6 Milliarden:
viel zu wenig Menschen
Unsere Welt braucht Menschen,
deren Ja ein Ja
und deren Nein ein Nein ist.

Unsere Welt braucht Menschen,
die ein offenes Wort riskieren,
wenn anderen ein Unrecht geschieht...

Trotz der 6 Milliarden Menschen
viel zu wenig Menschen.

Unsere Welt braucht Menschen,
damit die Zukunft menschlicher wird.

Wir brauchen Menschen,
die nicht immer sagen,
die anderen sollen was tun.

Lasst uns anfangen,
Menschen zu sein!

Unbekannt



Samstag, 12. Juli 2014

Steine im Weg

Es sieht nicht mühevoll aus wie er dahinfließt.
Nun lege einen großen Stein ins Flussbett.
Der Fluss versucht nicht den Berg zu erklimmen,
nein er fließt mühelos um den Stein herum.

Bei uns Menschen ist das leider anders.
Wenn uns ein Stein in den Weg gelegt wird
hacken wir kräftig darauf rum.

Wäre es nicht einfacher ihn zu betrachten, und dann weiterzugehen?



Unbekannt


Freitag, 11. Juli 2014

Kostbare Erinnerung

"Mögest du dankbar bewahren in deinem Herzen die kostbare Erinnerung der guten Dinge in deinem Leben."

Die Zeiten unseres Lebens haben ihren eigenen unverwechselbaren Rhythmus. Es wiegt sich in den Zeiten der Natur von Werden und Vergehen. Es unterliegt den Gezeiten von Ebbe und Flut, von Hell und Dunkel, von tag und Nacht. Frühling, Sommer, Herbst und Winter - Jahreszeiten, die uns aufnehmen, festhalten und wieder freigeben.

Alles Leben unter dem Himmel hat seine Zeit und seine Stunde. Immer wieder leuchtet die Sonne und bläst der Wind. Und der grüne Wald nimmt unsere Schritte auf, und die gute Erde gibt uns Nahrung. Wir staunen über das Geheimnis des Lebens. Segen entfaltet sich über unserem Leben, wenn wir die kostbare Erinnerung der guten Dinge unseres Lebens in unserem Herzen bewahren.

Jeder von uns kann im Rückblick eine Fülle guter Erlebnisse entdecken. Neben all den sicherlich auch schweren Erfahrungen, von denen wir nicht verschont blieben, sind es die hellen Stunden und Tage gewesen, die uns das Leben lebens- und liebenswert machten. Eine der wichtigsten Erinnerungen ist die an Menschen, die uns das Leben ermöglicht haben, die uns mit Liebe und Sorge begleitet haben. Wir werden sie nie vergessen, die Eltern, die Familie, die Zeiten im Kreis von Menschen, die wir und die uns geliebt haben. Kostbare Erinnerungen, die zu unserem Leben gehören.

Peter Helbich



Donnerstag, 10. Juli 2014

Vernichtung

Ein alter chinesischer Kaiser hatte vor,
das Land seiner Feinde zu erobern und sie alle zu vernichten.
Später sah man ihn mit seinen Feinden speisen und scherzen.
"Wolltest du nicht deine Feinde vernichten?" fragte man ihn verwundert.

Der Kaiser antwortete:
"Ich habe sie vernichtet.
Ich machte sie zu meinen Freunden."

Unbekannt 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Der Gartenzaun

Es war einmal ein Junge, der einen schlechten Charakter hatte.
Sein Vater gab ihm einen Sack voll Nägel und sagte ihm,
er müsse jedes Mal, wenn er die Geduld mit jemanden verliere,
einen Nagel in den Gartenzaun schlagen.

Am ersten Tag schlug der Junge 37 Nägel in den Gartenzaun.
In den folgenden Wochen lernte er sich zu beherrschen.
Die Anzahl der Nägel im Gartenzaun wurde immer weniger.
Er hatte herausgefunden, dass Nägel zu schlagen mühsamer ist, als sich zu beherrschen.

Endlich kam der Tag, an dem der Junge keinen Nagel mehr schlagen musste.
Also ging er zum Vater und sagte ihm das.
Der Vater sagte ihm also, er solle jeden Tag einen Nagel aus dem Gartenzaun herausreißen, wenn er sich beherrscht.

Endlich konnte der Junge dem Vater sagen, dass er alle Nägel aus dem Gartenzaun herausgezogen hatte.
Der Vater brachte den Jungen vor den Gartenzaun und sagte zu ihm:
"Mein Sohn, du hast dich gut benommen, doch schau dir den Gartenzaun an.
Er ist voller Löcher.
Der Gartenzaun wird nie mehr so sein wie früher.

Wenn du mit jemandem streitest und du sagst ihm etwas böses, dann lässt du ihm eine Wunde, wie diese hier.
Du kannst ein Messer in einen Menschen stecken und
du kannst es nachher herausnehmen, die Wunde bleibt. Es macht nichts aus, wie viel Mal du dich entschuldigst,
die Wunde wird bleiben.

Eine verbale Wunde, ist gleich schmerzhaft, wie eine körperliche Wunde.
Die Freunde sind rare Juwelen, sie bringen dich zum Lachen und sie geben dir Mut.
Sie sind bereit dir zuzuhören, wenn du sie brauchst,
sie unterstützen dich und sie öffnen ihr Herz."

Es ist wichtig Freunde zu haben!

Unbekannt



Dienstag, 8. Juli 2014

Ars Poetica

Wie jetzt noch ein Gedicht schreiben,
...warum nicht endgültig schweigen
und uns viel nützlicheren Dingen widmen?

Warum die Zweifel vergrößern,
alte Konflikte,
unverhoffte Zärtlichkeiten neu durchleben;

dieses Quentchen Lärm einer Welt hinzufügen,
die mehr ist, die es doch nur zunichte macht?

Wird irgendwas klarer durch solch ein Knäuel?
Niemand braucht es,
Relikt vergangener Herrlichkeiten,
wem hilft es,
welche Wunden heilt es?

Juan Gustavo Cobo-Borda (geb. 1948 in Bogotá)



Sonntag, 6. Juli 2014

Abschied von einem Freund

Es ist wahr, mein Freund, Abschied war da,
unsre Lieder leis nun ausgesungen.
In meiner Seele wohntest Du stets ganz nah,
schwebtest dicht bei mir, ganz ungezwungen.

Du bliebst echt, nur Du mein Freund,
liebtest meinen Sternenfimmel,
gemeinsam beschlich uns manches Leid,
jedoch auch viele warme "siebte Himmel".

Jetzt sei ganz ehrlich, altes Haus,
was ist uns Zweien denn geblieben,
Gemeinsamkeiten gingen aus
- lauwarme Erinnerungen von weit drüben.

Aus der guten alten Zeit,
nein, mein Freund, lass Punkt uns setzen,
unsre Nähe ging zu weit,
als nur Vergangnem nachzuhetzen.

Manchmal fliegt mein Blick zurück,
endlos warm wird dann das Herz.
Und mit Tränenmeer im Blick
wütet blinder Abschiedsschmerz.

Jeder Schwur, ich weiß schon,
Du, prunkt hier entbehrlich, überzählig.
Auch in tausend Jahren wär´n im
Nu unsere Seelen liebesfähig.

Lass mich jetzt noch Dank Dir sagen,
ja goldnes "Danke" ruf ich Dir.
Während all der Zeit im schweren Zagen,
Achtung hatt´ ich nur vor Dir.

Wohin fliegt Dein Lebenswagen,
denkst auch Du manchmal zurück?
Lass Dich von Liebeswolken tragen,
hallo Du, ich wünsch´ Dir Glück ! 

Unbekannt



Donnerstag, 3. Juli 2014

Was kostbar ist

Sind es nicht
Momente allein,
die kleinen Dinge,
die sich einbrennen
in uns für immer?

Es genügt nicht,
zu messen,
was einer hat,
was einer dir ist,
zählt viel mehr
und was
er dir schenkt an Zeit.

Schau nicht auf Äußeres,
schau in die Herzen
der Menschen allein,
nur das ist Wert,
nur das macht dich reich.

Ruth W. Lingenfelser

Montag, 30. Juni 2014

Menschlichkeit

Ich möchte, wenn ich Macht besitzen würde
der Ohnmacht meine Hilfe leihen,
um die beschwerte Seele von der Bürde
der Minderwertigkeiten zu befreien.

Ich würde,wenn mir Kraft gegeben
der Schwäche Selbstbewusstsein stärken,
sie würde sich ermannen und erheben
und nützlich sein in allen Werken.

Und wäre mir Gewalt genug beschieden,
ich würde wohl die Geister weise trennen,
damit die Gegensätze auch in Frieden
auf ihre Art und Weise leben können.

Ich wünschte mir die Seelegröße
um allen Menschen Seele einzuhauchen,
dass jeder Mensch die Kraft dazu besäße
die Liebe und die Güte zu gebrauchen,
damit die Menschheit alles Leid vergäße.

Manfred Diedrichs




Freitag, 27. Juni 2014

Erinnerungen

Schreib in den Sand, die dich betrüben,
vergiss sie und schlaf drüber ein,
denn was du in den Sand geschrieben,
das wird schon morgen nicht mehr sein.

Schreib in den Fels, was du erfahren
an Freude, Seligkeit und Glück,
denn dieser Fels nach langen Jahren
gibt dir die Inschrift noch zurück.

Schreib in dein Herz all deine Liebe,
von Nord und Süd, von Ost und West,
denn was du in dein Herz geschrieben,
das halt für alle Zeiten fest.

Betty Bo




Donnerstag, 26. Juni 2014

Verweht

In einem Dorf lebte eine Frau, deren böse Zunge durch üble Nachrede und falsche Gerüchte immer wieder Streit und Unfrieden über ihre Mitmenschen brachte.
Als eine Nachbarin sie zur Rede stellte, die sie mit einer besonders gemeinen Lüge verletzt hatte, sagte die Verleumderin: "Ich werde im Dorf bekannt machen, dass es nicht stimmt. Dann ist alles wieder gut."-

"Nicht alles", widersprach die Gekränkte, "etwas wird hängenbleiben. Es ist wie mit den Federn."-
"Mit was für Federn?"-
"Geh nach Hause, hol ein Kopfkissen, komm zu mir zurück und verstreue unterwegs alle Federn", sagte die Nachbarin.

Da die Frau ein schlechtes Gewissen hatte, kam sie diesem, ihr unverständlichen Befehl nach und war nach kurzer Zeit zurück.
"Und was nun?", fragte sie.-
"Jetzt sammelst du alle Federn wieder ein."-
"Das ist unmöglich! Ich streute sie wahllos aus. Der Wind hat sie längst verweht", wehrte sie sich.

Die Nachbarin sagte: "So ist es auch mit übler Nachrede und bösen Gerüchten. Nie können alle "Federn" wieder eingesammelt werden. Nie werden alle Worte vergessen. Etwas bleibt hängen."

Barbara Hug





Dienstag, 24. Juni 2014

Zum Nachdenken

Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler
in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen.
Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, das sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollte sie neben die Namen schreiben.

Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihre Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatten.

Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?" hörte man flüstern. "Ich wusste gar nicht, dass ich irgend jemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen" waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die
Listen wieder.

Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen.

Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Sie hatte noch nie einen Soldaten in einem Sarg gesehen - er sah so stolz aus, so erwachsen. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt hatte, ging am Sarg vorbei und erteilte ihm die letzte Ehre.

Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen zu ihr: "Waren Sie Mark's Mathe-Lehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen."

Nach dem Begräbnis waren die meisten von Mark's früheren Schulfreunden versammelt. Mark's Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen."

Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten.

"Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" sagte Mark's Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt." Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte, "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch".

Chuck's Frau sagte, "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch" sagte Marilyn.  "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Vicki und meinte dann ohne mit der Wimper zu zucken: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt." Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet. Und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind.

Unbekannt

Sonntag, 22. Juni 2014

Zeit und Ewigkeit

Du musst dich selber vergessen,
Dann hast du die Ewigkeit;
Du musst mit dir selber nicht messen,
Sonst bist du der Knecht der Zeit.

Sei nicht der Punkt in der Mitte,
Sonst wird vor dem Kreise dir bang;
Geh' mit gelassenem Schritte
Den Bogen des Kreises entlang.

Du siehst bei gesegnetem Wandern
Aus Enge und Erdentand
In der Mitte den großen Anderen,
Die Ewigkeit in der Hand.

Karl Berner

Freitag, 20. Juni 2014

Abschied

Erinnerungen keimten in ihr auf,
wie das Schicksal nahm seinen Lauf.
Letztes Jahr noch mit Blumen in der Hand,
morgen schon mit Tränen in einem anderem Land.

Wie gerne hätte sie ihn noch mal gesehen,
zu spät, bald schon muss sie gehen.
Eine Nacht noch die Liebe genießen,
lange Zeit werden die Tränen fließen.

Bestimmt, eines Tages in ferner Zeit,
steht das Glück für beide wieder bereit.
So ist jede Träne ein Teil vom Herzen,
jede von ihnen erlebt sie als Schmerzen.

Doch manchmal fliegt ein Lachen übers Gesicht,
nein, die Erinnerung, die verliert sie nicht.

Unbekannt

Mittwoch, 18. Juni 2014

Gedanken jagen

Gedanken nicht zu fassen,
Vertrautes verlassen,
schwebend in Zeiten,
die Illusionen leiten?

Quälende Fragen,
die sich innerlich jagen,
aus Erfahrung geboren,
sich selbst verloren?

Nachdenken so schwer,
Überlegungen hin und her,
können nicht halten
in solchen Gewalten?

Gefühle berühren,
Verlassenheit spüren,
dazu geboren,
doch alles verloren?

Vergangenes erwacht,
Zukunft erdacht,
Gegenwart planen
In ungewissen Bahnen?

Impulse schenken,
zu Ruhe lenken,
inmitten vom Jagen
und stetem Versagen?

Schritte zaghaft probieren,
gereichte Hände nicht verlieren,
Geborgenheit erhalten,
Neues gestalten?

Ein Gedanke von vielen,
die mit mir spielen,
will sich behaupten
gegen die lauten.

Ist einer der stillen,
der stärkt den Willen,
der das Herz beglückt,
der Traurigkeit entrückt.

Unbekannt



Dienstag, 17. Juni 2014

Die Aufrichtigkeit

Die Aufrichtigkeit schritt eines Tages durch die Welt und hatte eine rechte Freude über sich.
Ich bin doch eine tüchtige Person, dachte sie; ich scheide scharf zwischen gut und schlecht, mit mir gibts kein Paktieren; keine Tugend ist denkbar ohne mich.

Da begegnete ihr die Lüge in schillernden Gewändern, an der Spitze eines langen Zuges. Mit Ekel und Entrüstung wandte die Aufrichtigkeit sich ab. Die Lüge ging süßlich lächelnd weiter; die letzten ihres Gefolges aber, ein kleines, schwächliches Volk mit Kindergesichtchen schlichen demütig und schüchtern vorbei und neigten sich bis zur Erde vor der Aufrichtigkeit.

"Wer seid ihr denn?" fragte sie.
Eines nach dem anderen antwortete: "Ich bin die Lüge aus Rücksicht." - "Ich bin die Lüge aus Pietät." - "Ich bin die Lüge aus Barmherzigkeit." - "Ich bin die Lüge aus Liebe", sprach die vierte, und diese Kleinsten von uns sind: "das Schweigen aus Höflichkeit, das Schweigen aus Respekt und das Schweigen aus Mitleid."

Da errötete die Aufrichtigkeit und plötzlich kam sie sich doch etwas plump und brutal vor.

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, (1830 - 1916),
österreichische Erzählerin, Novellistin und Aphoristikerin

Sonntag, 15. Juni 2014

Desiderata

Gehe deinen Weg ohne Eile und Hast
und versuche den Frieden in dir selbst zu finden.
Und wenn es dir möglich ist, versuche den anderen zu verstehen.
Sag ihm die Wahrheit ruhig und besonnen und höre ihm zu,
auch wenn er gleichgültig und unwissend ist,
denn auch er hat seine Sorgen.
Vermeide laute und aggressive Menschen,
denn sie lassen dich nicht zur Ruhe kommen.
Wenn du dich mit all den anderen vergleichst,
wirst du eitel und bitter werden,
denn es wird immer Menschen geben,
die größer oder kleiner sind als du selbst.
Sei stolz auf deinen Erfolg und denke an deine Karriere,
aber bleibe bescheiden,
denn das Schicksal kann sich jederzeit wenden.
Sei vorsichtig in deinen Geschäften, denn die Welt ist voller List und Tücke,
aber lass dich trotz allem nicht von deinem Weg ablenken.
Viele Leute reden von hohen Idealen,
und überall wird Heldenmut angepriesen:
Bleibe du selber und heuchle nicht Mitgefühl.
Stehe der Liebe nicht zynisch gegenüber, denn sie ist das Einzige,
das wahr und unvergänglich ist.
Sei dankbar für jedes Jahr, das du erleben darfst,
auch wenn mit jedem Tag ein Stück deiner Jugend entschwindet.
Bereite dich auf den Augenblick vor,
in dem etwas Unvorhergesehenes in dein Leben tritt,
aber zerstöre dich selber nicht aus Angst vor der Einsamkeit.
Sei immer so, dass du vor dir selbst bestehen kannst.
Du hast ein Recht auf der Welt zu sein -
genau wie die Blume die blüht und wie ein Stern in der Nacht.
Doch auf dieser Welt lebst du nicht allein.
Hast du schon irgendwann einmal darüber nachgedacht?
Darum schließe Frieden mit Gott, wo immer er dir begegnet.
Ganz gleich, was das Leben Dir auch an Schwierigkeiten auferlegt:
die Welt ist immer noch schön.
Versuch, auf ihr zu leben und glücklich zu werden.



Max Ehmann

Samstag, 14. Juni 2014

Chatgeflüster

Der PC läuft hoch, der Bildschirm leuchtet.
Schnell noch mit Wasser die Lippen befeuchtet.
Der Chat beginnt, die Zeit beginnt zu rennen,
in mir fang ich vor Ungeduld fast an zu brennen.

Das Warten zieht sich noch ein wenig hin,
in wenigen Minuten bin ich mittendrin.
Neuer Name taucht auf, in ihr Profil geschaut.
Jetzt wird erstmal in mir "ihr" Bild aufgebaut.

Wichtige Details, die verrät sie mir nicht,
was mir sonst noch fehlt, es ist ihr Gesicht.
Chatten hin und her, Fragen über Fragen,
in kleinen Portionen beginne ich mehr zu wagen.

Das Bild kommt an und öffne die Datei,
sieht hübsch aus, lächle zufrieden dabei.
Es geht noch eine Weile hin und her,
doch irgendwann werd ich müde, kann nicht mehr.

Schnell noch das Date gebucht für den nächsten Chat,
schlaftrunken und müde falle ich ins Bett.
Träume noch ein wenig vor mich hin,
morgen Abend bin ich wieder drin....

Copyright by Brallo 6/99 - 12/99

Freitag, 13. Juni 2014

Mondlicht

Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen,
die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht.
Die Liebe will erwerben und besitzen,
die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht.

Emanuel Geibel


Sinn des Lebens

Ohne das Gefühl, je wirklich glücklich gewesen zu sein, zog ich mich in das stille, dunkle Leben zurück, um den Sinn zu erfahren, was der gerade bestehende Umstand meines Körpers, der sich Leben nennt, ist!

Und egal was mich von meinem Weg abbringt, ich finde immer wieder zurück, in mein dunkles Dasein! In mein eigenes kleines Reich, das ich in mir selbst aufgebaut habe. Nur wenigen gewähre ich etwas Einsicht in diese Welt, nur denen, die mich verstehen. Die anderen werden ausgesperrt.

Doch den Sinn des Lebens habe ich noch nicht gefunden, ich kann ihn nicht mal erahnen. Zuviel Schmerz erfährt man, zuviel Enttäuschung, also kann es keinen wirklich guten Grund geben. Aber eines Tages werde ich erlöst sein, von dem weltlichen Leben, das scheinbar ohne Grund ist. Dann wird das Reich was in mir ist real sein, und nicht mehr nur in meiner Phantasie bestehen.

Es gibt Momente, da scheint doch etwas Hoffnung in dieser sonst so hoffnungslosen Existenz. Und für diese Momente zahlt es sich aus, nicht aufzugeben und weiterhin auf der Erde zu wandeln.

Ist also der Grund des Lebens, immer darauf zu warten, daß sich alles einmal bessert?

Sigrid


Dienstag, 10. Juni 2014

Ein königliches Fest

Diese Geschichte spielt im alten Persien.

Es war an der Zeit, das Neujahrsfest vorzubereiten. Der König wies seine Leute an: "Ich möchte, dass es ein wirklich königliches Fest wird. Die Gästeliste soll überquellen von illustren Persönlichkeiten. Die Tische sollen sich biegen unter Delikatessen, und der Wein soll nur aus erlesenen Trauben und besten Jahrgängen bestehen."

Die Mitarbeiter schwärmten aus und brachten aus allen Landesteilen nur das Köstlichste. Aber der König war nicht zufriedenzustellen. "Im letzten Jahr habe ich ein durch nichts zu überbietendes Fest gegeben. Aber die ganze Stadt sprach nur von dem Fest bei Ramun, dem Maler. Da wurde getrunken und gelacht die ganze Nacht bis zum Nachmittag des nächsten Tages. Im Jahr davor war es dasselbe. Ebenso im Jahr davor und davor. Einmal muß es mir doch gelingen, diesen Wurm zu übertrumpfen, denn ich, ich bin der König."

Einer der Mitarbeiter, ein kluger Mann, verneigte sich tief und fragte: "Mein König, habt Ihr je mit dem Maler gesprochen? Es muß doch einen Grund geben, warum die Leute sein Fest so lieben, obwohl sie in schäbiger Hütte ihre mitgebrachten Happen essen und den billigsten Wein trinken müssen."

Der König nickte stumm und sagte: "Gut, schafft mir diesen Ramun heran."

Und so geschah es.

"Warum lieben die Menschen so dein Neujahrsfest?" fragte der König.

Worauf der Maler: "Wir sind Freunde und brauchen einander - aber mehr brauchen wir nicht.
Deshalb sind wir reich."

Unbekannt




Sonntag, 8. Juni 2014

Unsterblich

Einen Tag ungestört in Muße zu verleben heißt,
einen Tag lang unsterblich zu sein.

Aus China

Samstag, 7. Juni 2014

Verstehen

Ein Freund
versteht deine Vergangenheit,
glaubt an deine Zukunft
und akzeptiert dich heute,
so wie du bist.

Unbekannt



Mittwoch, 4. Juni 2014

Insel der Gefühle

Es war einmal eine Insel wo alle verschiedenen Gefühle lebten.
Das Glück, die Traurigkeit, das Wissen und all die Anderen.....
auch die Freundschaft.

Eines Tages meldete man den Gefühlen, dass die Insel sinken wird. So bereiteten sie ihre Schiffe vor und verließen die Insel. Nur die Freundschaft wollte bis zum letzten Moment bleiben. Als die Insel unterging, rief sie um Hilfe.

Der Reichtum war in der Nähe mit einem Luxusschiff. Die Freundschaft fragte ihn: "Reichtum, kannst du mir bitte helfen?" "Nein, weil ich zuviel Geld und Gold auf meinem Schiff habe, so hab ich keinen Platz für dich".
Die Freundschaft bat sodann den Hochmut um Hilfe, der auch in der Nähe mit seinem wunderschönen Boot vorbeifuhr.

"Ich kann dir nicht helfen. Du bist ganz nass, du könntest mein Schiff beschmutzen".
Als die Traurigkeit nicht weit vorbeisegelte, fragte die Freundschaft: "Traurigkeit, lass mich mit dir gehen!"
"Oh.. Freundschaft, ich bin soo traurig, ich möchte lieber alleine bleiben".
Auch das Glück ist weiter gefahren. Es war soo glücklich, dass es die Freundschaft gar nicht bemerkte...

Und plötzlich hörte die Freundschaft eine Stimme: "Komm, komm mit! Ich nehme dich mit".
Das war ein alter Mann, der gesprochen hatte. Die Freundschaft war so glücklich, so zufrieden, dass sie nicht nach seinem Namen gefragt hat.
Als beide auf festem Boden ankamen, ging der Alte weg. Die Freundschaft merkte, wie viel sie dem Alten schuldete und fragte das Wissen: "Wer hat mir geholfen"?

"Das war die Zeit", antwortete das Wissen.
"Die Zeit"?!?, fragte die Freundschaft, "aber warum hat die Zeit mich gerettet"?
Das Wissen lächelte weise und antwortete ihr: "Weil nur die Zeit verstehen kann, wie wichtig Freundschaft im Leben ist..."

Unbekannt

Montag, 2. Juni 2014

Jenseits der Liebe

Ein Leben ohne Freunde ist kein Leben,
wie behaglich und gesichert es auch sein mag.
Nicht irgendwer, nicht jeder kann dein Freund sein.
Es muss jemand sein, der dir so nah ist,
wie deine Haut, jemand der deinem Leben
Farbe, Dramatik, Bedeutung verleiht.
Irgendetwas jenseits der Liebe,
das dennoch Liebe mit einschließt.
Henry Miller

Ein Leben mit falschen Freunden führt irgendwann zu einem bösen Erwachen...
Hüte dich davor, einen Menschen zu schnell als Freund zu bezeichnen, nur um nach außen mit vielen Freunden zu glänzen.

Magische Reise

"Eine magische Reise zu Dir selbst"
von
Sergio Bambaren

Neue Welten zu entdecken wird Dir nicht nur Glück und Erkenntnis,
sondern auch Angst und Kummer bringen.
Wie willst Du das Glück wertschätzen,
wenn Du nicht weißt, was Kummer ist?

Wie willst Du Erkenntnis gewinnen,
wenn Du Dich Deinen Ängsten nicht stellst?
Letztlich liegt die große Herausforderung des Lebens darin,
die Grenzen in Dir selbst zu überwinden,
und so weit zu gehen,
wie Du Dir niemals hättest träumen lassen.

Mögen all Deine Träume sich erfüllen, Träumer;
Möge dir stets Glück und Erfüllung bringen.

Es kommt eine Zeit  im Leben,
da bleibt einem nichts anderes übrig,
als seinen eigenen Weg zu gehen.
Eine Zeit, in der man die eigenen Träume
verwirklichen muss.
Eine Zeit, in der man endlich für die eigenen
Überzeugungen eintreten muss.

Gerade in der größten Verzweiflung
hast Du die Chance,
Dein wahres Selbst zu finden.
Genauso wie Träume lebendig werden,
wenn Du am wenigstens damit rechnest,
wird es mit den Antworten auf jene Fragen sein,
die Du nicht lösen kannst.
Folge Deinem Instinkt wie einem Pfad der Weisheit,
und lass Hoffnung Deine Ängste vertreiben.

Die meisten von uns sind nicht in der Lage,
über ihre Misserfolge hinwegzukommen;
deshalb gelingt es uns auch nicht,
unsere Bestimmung zu erfüllen.
Es ist leicht, für etwas einzutreten,
das kein Risiko birgt.

Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen,
jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschiednehmen heißt.
Nicht zulassen,
dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die,
die wir lieben.




Hoffnung

Hab mir zu viel von Dir erhofft -
es war ein Traum, wie schon so oft.

Ich wollt Dir meine Seele geben -
und lag wie immer, stets daneben.
Ich kann nicht raus aus meiner Haut -
und war wie immer - viel zu laut.

Du wolltest von mir leise Töne -
wird Zeit, dass ich mich dran gewöhne.

Jetzt zieh ich mich in mich zurück -
verbrenn mich selber - Stück für Stück.

Was von mir übrig bleibt - ist Asche -
ich fülle sie in eine Flasche...
Ich werfe sie ins weite Meer -
von nun an gibt es mich nicht mehr...

Wer in die Zukunft blicken will,
muss die Gegenwart hinter sich lassen.
Er muss denken, was andere ungedacht lassen.
Und er muss die Möglichkeiten erkennen,
wo andere bequem auf das Unmögliche verweisen.
Dann werden Visionen lebendig.
Denn eine Vision ist nichts anderes,
als angewandte Phantasie ...

Wenn ich die Wahl hätte.
zwischen Sonne und dem Regen -
ich nähme den Regen,
denn dann sieht niemand meine Tränen.
Und vielleicht gibt es danach einen Regenbogen,
an dessen Ende auch ich mein Glück finde.

Ich sehe nach draußen, der Himmel verhangen
Und denke über mein Leben nach
Hab' Wolken im Herzen, denn Du bist gegangen
Ich friere, stehe hier - einsam, wach

Was ist nur geschehen, was musste passieren
Mir fallen tausende Gründe ein
Ich wollte Dir Freund sein, Dich niemals verlieren
Und immer in Deiner Nähe sein

Erst warst Du sehr freundlich, kam ich Dir gelegen
Als jemand, der Dir zur Seite steht
Konflikte zu lösen und Hebel bewegen
Ich wusste, wie's mit Dir weitergeht

Ich glaubte an Freundschaft, an "Geben und Nehmen"
und forderte auch einmal Deine Zeit
Ich wünschte Verständnis, den Rat bei Problemen
Doch traf ich nur auf kalte Eitelkeit

Bald war ich Dir lästig, nicht mehr zu ertragen
Dem Nutzen folgte der Überdruss
Du ließest mich stehen mit all meinen Fragen
Ganz plötzlich war mit der Freundschaft Schluss

So steh' ich am Fenster, denk an schöne Tage
Und weine, auch wenn ich es nicht will
Ich werd' Dich vergessen, bin jetzt in der Lage -
mehr Mut, das ist nun mein Lebensziel.



Unbekannt




Sonntag, 1. Juni 2014

Samstag, 31. Mai 2014

Freitag, 30. Mai 2014

Der Horizont

Dein Horizont erscheint Dir groß,
aber um ehrlich zu sein
ist Dein Geist klein.
Denn Du verachtest jene
die anders sind als Du.
Du machst Dir keine Mühe
die Menschen kennen zu lernen.

Und solange Du nicht bereit bist,
des anderen Anderssein
zu akzeptieren,
bist Du noch weit entfernt
von Reife und Weisheit.

Sylvia Schwing

Einflussreiche Bekannte

Ein Freund im selben Dorf 
ist besser als sechzehn einflussreiche Bekannte
im Königspalast.

Chinesisches Sprichwort

Donnerstag, 29. Mai 2014

Mittwoch, 28. Mai 2014

Glücklich sein

Glücklich sein ist etwas ganz anderes 
als Erfolg oder Glück haben.
Es besteht aus glücklichen Augenblicken,
in denen das Herz einem Menschen
oder einer Sache zulächelt.

Julija Voznesenskaja

Dienstag, 27. Mai 2014

Verkleidet

Von Zeit zu Zeit erscheinen uns
wunderbare Engel, geschickt verkleidet,
als ganz normale menschliche Wesen.

Adele Basheer

Streit

Lass dich nicht auf unsinnige Auseinandersetzungen ein,
du weißt, dass sie nur zu Streit führen.

Neues Testament



Donnerstag, 22. Mai 2014

Macht

Ein mächtiger Freund wird zum mächtigen Feind.

aus Äthiopien 

Neubeginn

Jeder Abschied bedeutet, sich für Neues zu öffnen.
Ich muss loslassen, um für Neues frei zu sein.
Ich muss loslassen, um mich auf Neues einlassen zu können.
Immer wieder, im Leben so häufig nehme ich Abschied, werde wehmütig.

Erst wenn ich eine schöne Zeit, etwas Schönes,
einen geliebten Menschen losgelassen habe, fühle ich mich leichter.
Erst dann erkenne ich, dass loslassen bedeutet,
sich auf etwas Neues freuen zu können.
Loslassen bedeutet Neubeginn.

Petra Timm-Bortz